Wer kann teilnehmen?

Die Weiterbildung richtet sich an Menschen mit Behinderung im Bezirk Lichtenberg. Als Teilnehmer*in helfen Sie, Barrieren in Lichtenberg, Friedrichsfelde, Karlshorst, Falkenberg, Malchow, Wartenberg, Hohenschönhausen, Fennpfuhl und Rummelsburg für sich und andere abzubauen. Dabei fördern Sie für sich und andere die berufliche und gesellschaftliche Teilhabe in Ihrem Umfeld.

Der Großteil (88,3%)* der Menschen mit einer Schwerbehinderung haben diese durch eine Krankheit erhalten - Nur bei 3,3% der Menschen mit einer Schwerbehinderung ist diese bereits angeboren.

Die Folge des Erwerbs einer Schwerbehinderung: Das gesamte „Selbst“ inklusive Eigenwahrnehmung, Umgang mit dem eigenen Umfeld, berufliche Ausgangslage, Zukunftsperspektiven etc. verändern sich. Diese einschneidenden Veränderungen werden zu Beginn professionell begleitet, doch oftmals nicht lange genug, um daraus eine funktionierende Basis für eine langfristige Beschäftigung zu schaffen.

Wir gehen von Ihren persönlichen Erfahrungswelten aus und bauen darauf auf. Es geht nicht um Vorwissen, denn aufgrund Ihrer persönlichen Ausgangslage sind sie bereits mit Expertentum ausgestattet. Im Rahmen unseres Projekts wird ihr Expertentum in einen größeren Kontext eingebracht und sie werden darin bestärkt, sich dessen bewusst zu werden.

Die Weiterbildung basiert auf einem problem- und handlungsorientiertes Lernen: Als Teilnehmer*innen werden Sie in einer realen Situation ihr Expertentum anwenden. Wie kann der externe Partner inklusiver werden? Gemeinsam mit Ansprechpersonen der beteiligten Institutionen werden Sie ihr Wissen und Können anwenden und qualifizierte Bezugspersonen sein.

In der Umsetzung bedeutet dies, dass wir folgende Ansätze einsetzen:

  • Fortschritt und Hindernisse eines Projektes werden regelmäßig und für alle sichtbar festgehalten.
  • Anforderungen, Pläne und Vorgehen werden nicht ein für alle Mal festgelegt, sondern kontinuierlich und detailliert angepasst.
  • Komplexe Aufgaben strukturieren wir in kleinere und weniger komplexe Bestandteile, so dass der Arbeitsaufwand besser eingeschätzt werden kann und Erfolge schneller sichtbar werden.
  • Es gilt von der Defizitorientierung hin zur Kompetenzförderung umzudenken und sich selbst der Behinderung bewusst zu werden, also auch Alleinstellungsmerkmale erkennen etc.
  • In den Trainings geht es intensiv um die Vermittlung von Kompetenzen. Konkret: Wie sieht eine gute Bewerbung aus, wie können in der Bewerbung die eigenen Kompetenzen hervorgehoben werden; wie werden die Rechte des Arbeitgebers bei der Einstellung eines Menschen mit Behinderung thematisiert – ohne sich selbst „klein zu machen“.
  • Die Weiterbildung steht auch unter dem Label „Gemeinsam statt einsam“. Sie vernetzen sich mit anderen Teilnehmer*innen, so dass Sie immer eine Anlaufstelle für Fragen haben.

*Quelle: https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Personengruppen/generische-Publikationen/Brosch-Die-Arbeitsmarktsituation-schwerbehinderter-Menschen.pdf.